farbenfroh, federleicht und fair getragen

Kaum vorstellbar. Es gab eine Zeit ohne Plastik. Schon im 19. Jahrhundert kann­te man in Europa Knöpfe, Broschen und kleine Schmuckanhänger aus den Sa­men exotischer Pflanzen. Die Steinnuss, auch Tagua-Nuss genannt, ist der Sa­men der ca. 6 bis 7 Meter hohen Stein­palme. Ein Baum trägt bis zu 2000kg Nüsse. Die Bäume wachsen vor allem im Amazonasgebiet, in Ecuador, außer­dem in Kolumbien, Brasilien, Peru und Panama.

Nach der Ernte sind die Nüsse zunächst noch weich und härten sich im Laufe der Trocknungszeit. Sie sind dann ganz unempfindlich und können ge­schnitzt, poliert und von Hand eingefärbt werden. Eine Wiederentdeckung erlang­te Tagua in den 1970er Jahren. Die indi­gene Bevölkerung wurde ermutigt, Tagua-Setzlinge auszupflanzen, um der durch den Handel mit Elfenbein drohen­ den Ausrottung der Elefanten entgegen zu wir­ken. Wegen ihrer extremen Härte nennt man folg­lich die Samen der Steinnuss-Palme auch „pflanzliches El­fenbein“.

Schmuck aus Tagua-Nüssen ist in Anbetracht von Nachhaltigkeit und Klimaschutz heute wieder „Trend“. Unter fairen Bedingungen werden die Nüsse gesammelt und verarbeitet. So eignen sie sich hervorragend für die Fertigung ganz verschiedener Schmuckstücke, wie Ketten, Ringe, Anhänger, Armbänder, aber auch Schachfiguren etc. Die Verwendung zur Schmuckherstel­lung sichert vielen Menschen ihre Ein­kommensquelle.

Riesi­ge Fruchtstände bildet die Palme, aus denen massenhaft die etwa walnussgro­ßen Samen hervorgehen. Einmal abge­worfen, brauchen diese nur noch vom Boden aufgesammelt zu werden. Besonders die pflanzengefärbten Ketten, Ringe und Armbänder finden wegen ihrer fri­schen Farben und indi­viduellen Formen im Weltladen großen Anklang. Der sowohl nach Fairtrade-Kriterien als auch vom Regen­wald-Institut zertifizierte Lieferant ist der Regenwaldladen. Als wild gesammelte Waldfrüchte zeichnen sich die Steinnüsse durch die höchste zu erreichende Qualitätsstufe aus. Die Tagua-Nüsse sind weder mit Dünger noch Pestiziden etc. in Berührung gekom­men. Durch das Regen­wald-Institut in Freiburg, organisatorisch das „Dach“ des Regenwaldladens, erfährt der Amazonas-Regenwald eine Naturver­jüngung, indem z.B. ein erforderlicher Mindestverbleib von nicht gesammelten Früchten und Samen ge­währleistet wird.

Der Regenwaldladen (Sitz: Nähe Trier) steht damit für eine nachhaltige Nutzung der Amazonaswälder durch die traditio­nelle Bevölkerung. In langjähriger Pro­jektzusammenarbeit sind lokal herge­stellte, einzigartige, hochwertige Kunst­handwerk- und Körperpflegeprodukte (u.a. die Sementes-Regenwaldseifen) entstanden. Dadurch wird ein Teil der unglaublichen Biodiversität des für das Weltklima so wichtigen Lebensraums nachhaltig nutzbar. Projekte des Regen­waldladens generieren verlässliche Ein­kommen für die Land- und Stadt- Bevölkerung und schützen gleichzeitig den Wald. So wird ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz konkret umgesetzt. Durch die komplette Produktion vor Ort erfolgen dort Wertschöpfung und Aufbau neuer Sozial- und Wirtschaftsstrukturen, die dringend nötig sind, um die Wälder am Amazonas zu erhalten.

(Textquelle: www.regenwaldladen.de)

Dazu sei Dr. Rainer Putz, Diplombiologe und Mitgründer des Regenwald-Instituts zitiert: „Und die beste Nachricht zum Schluss: Seit der Weltkli­makonferenz (COP 30) im No­vember 2025 in Belém (Brasilien) ist die nachhalti­ge Waldnutzung mit der traditionellen Bevölkerung einer der Eckpfeiler der brasilianischen Um­weltpolitik […]. Bleibt die Frage, wie das von Seiten der brasilianischen Regie­rung umgesetzt wird und ob sie dazu die Zeit erhält. Ende des Jahres sind Präsi­dentschaftswahlen und Bolsonaros Sohn ist Lulas Herausforderer. Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen vorhergesagt.“

(Newsletter, Freiburg, Juli 2026)

Im Weltladen sind Schmuck und Seifen aus dem Regenwaldladen Produkte des Monats Oktober.