Azalay – Brücke von Mensch zu Mensch

Wegen der anhaltenden Trockenheit und der politischen Umwälzungen der vergangenen Jahre ist das Nomadentum, eine der ältesten Lebensformen der Menschheit, im marokkanischen Wüstengebiet vom Untergang bedroht.

Azalay – Brücke von Mensch zu Mensch – Hilfe zur Erhaltung der nomadischen Lebensform e.V. möchte Nomaden der marokkanischen Sahara Hilfe zur Selbsthilfe leisten und gemeinsam mit den Betroffenen Perspektiven für ihre Zukunft entwickeln. Unsere Zielgruppe setzt sich aus Mitgliedern unterschiedlicher Ethnien berberischen und arabischen Ursprungs zusammen, die südlich der Achse Zagora-Agadir in der Wüste leben. Der Verein wurde im März 2000 gegründet und trägt den Namen der Salzkarawanen, die durch die Sahara ziehen.

Die Folgen lange anhaltende Trockenheit machen es den Wüstennomaden der marokkanischen Sahara immer schwerer, Futter für ihre Herden zu finden und entziehen den Nomadenfamilien die Existenzgrundlage. Ihre Herden sind ihr einziges Kapital, seit der traditionelle Karawanenhandel mit der Schließung der algerischen Grenze zum Erliegen kam. So zwingen die klimatischen, ökonomischen und politischen Verhältnisse immer mehr Nomaden dazu, die Wüste zu verlassen. Das führt fast zwangsläufig in die Verelendung, die mit einem Verlust der Identität und der kulturellen Wurzeln einhergeht.

Die Nomaden lassen sich in den Städten nieder und versuchen, dort Arbeit zu finden. Ein schier aussichtsloses Unterfangen, da die Analphabetenrate unter den Wüstenbewohnern fast 100 % beträgt. Hinzu kommt, dass die Arbeitslosigkeit im Süden Marokkos über 30 % liegt und die Nomaden in dieser traditionellen Gesellschaftsordnung häufig nicht einmal Siedlungsrecht in den Städten reklamieren können. Weil ihnen die nötigen Grundlagen für ein Leben in einer urbanen Gesellschaft fehlen, droht ihnen, in den Bidonvilles, den Slums der Großstädte, zu verelenden.

Azalay e.V. will den Nomaden kurz- bis mittelfristig das Überleben in Wüstenrandgebieten ermöglichen, indem wir den Zugang zu Wasser, medizinischer Versorgung, Bildung oder auch Nahrung sichern. Ziel aller Maßnahmen ist, den Mitgliedern der Nomadenstämme bei der Bewältigung der Folgen von Trockenheitsperioden zu helfen. Damit wollen wir den Druck auf diese Menschen mindern, der sie häufig zur Abwanderung aus der Wüste zwingt. Das soll auch einen Beitrag zum Erhalt der lebendigen Kultur dieser Völker leisten. Die Projekte sind in der Regel als Hilfe zur Selbsthilfe gestaltet. Die Hilfe geschieht partnerschaftlich, direkt, transparent, unbürokratisch.

Azalay e.V hat zwei Hauptzielgruppen: Die Nomaden, die im marokkanischen Teil der Sahara leben, und die Nomaden, die bereits die Wüste verlassen mussten und sich in den wüstennahen Städten ansiedelten.

Quelle und weitere Informationen: http://www.azalay.de