Kaffee Ahoi! von el Puente – mit dem Frachtsegler von Nicaragua nach Hamburg

 

Eine Kanne Kaffee am Tag, nachmittags die Schokolade und abends noch eine Tasse Tee. Alles Selbstverständlichkeiten für uns. Diese Selbstverständlichkeit stellt eine Herausforderung für unseren Planeten dar. Die Avontuur erinnert uns daran, Genussprodukte wert zu schätzen.

Für einen bewussten Genusses jeden Tag, für einen fairen Preis.

„Kaffee Ahoi!“ von el Puente gewährleistet natürlich die Einhaltung der strengen Kriterien des Fairen Handels und er ist biologisch und nachhaltig angebaut. Zusätzlich wurde dieser Kaffee noch umweltfreundlich transportiert. Er reiste per Segelschiff. Der deutsche Frachtsegler Avontuur hat die grünen Kaffeebohnen von Nicaragua bis nach Hamburg nahezu ausschließlich mit Windkraft transportiert.

In Nicaragua ist die Klimakrise längst angekommen. Mensch und Umwelt leiden unter den Folgen. Der Präsident einer der Kaffeebauern-Kooperativen in Nicaragua reagierte folgendermaßen auf dieses außergewöhnliche Angebot: „Als wir vom Transport mit dem Segelschiff gehört haben, waren wir fasziniert. Man sollte noch über ein weiteres Segelschiff nachdenken“.

Die Avontuur ist ein 100 Jahre altes Segelfrachtschiff. In ihrem Laderaum hat sie rund 60 Tonnen bio-faire Waren geladen. Darunter unseren „Kaffee Ahoi!“ aus Nicaragua. Je nachdem, wie der Wind steht, ist das Schiff rund fünf Monate unterwegs. In Hamburg kommen zahlreiche freiwillige Helfer*innen zusammen, die beim Entladen des Stückgutes anpacken. Für den „Kaffee Ahoi!“ geht es dann weiter nach Gronau an die holländische Grenze, wo er klimaneutral geröstet wird. Anschließend kommt er über El Puente in den Verkauf.

1920 wurde die AVONTUUR in den Niederlanden gebaut. Seit 2016 fährt sie hochwertige Waren umweltschonend über den Atlantik. Der Frachtsegler und die gesegelten Produkte sind Botschafter für den Umweltschutz auf See und für mehr Bewusstsein in der Gesellschaft. Kapitän Cornelius Bockermann hat mit seiner früheren Firma 20 Jahre lang Schwertransporte für die Öl-Industrie ausgeführt. Ein lukratives Geschäft, womit er viel Geld verdiente, das ihm aber auch bewusst machte, welche Auswirkungen die weltweite Transportschifffahrt auf die Meere hat.

Die Containerschifffahrt ist in jeder Hinsicht ein dreckiges Geschäft.

Mehr als 90 % des Welthandels wird über Containerschiffe abgewickelt, die fast ausschließlich mit Schweröl betrieben werden. Ein Brennstoff, der an Land längst verboten ist und als Sondermüll entsorgt werden muss. Von den Arbeitsbedingungen an Bord ganz zu schweigen. Sicherlich kann die Avontuur nur ein Zeichen für klima- und meeresfreundlicheren Seehandel sein. Aber sie ist ein eindrucksvolles Zeichen, das immer mehr Menschen auf diese Problematik aufmerksam macht.

Kapitän Bockermann kaufte die Avontuur, setzte sie instand und transportiert seit sieben Jahren bio-faire Waren. Fast ein ganz normales gewerbliches Transportunternehmen. Es ist unwahrscheinlich, dass Frachtsegler den weltweiten Schiffsverkehr revolutionieren werden. Dem Firmeninhaber ist bewusst, dass es sich bei diesem Projekt um den berühmten Tropfen auf den heißen Stein handelt. Er will aber zeigen, dass es geht.