darauf aufmerksam. Parallel entstanden in dieser Zeit mehrere Importorganisationen: GePa, El Puente und Globo und andere. Heute stellen wir einen der Akteure im Fairen Handel vor: Die Importgenossenschaft „Weltpartner eG”
Durch den Handel dieser 35 Jahre alten Ravensburger Genossenschaft profitieren seit 1988 viele Bauernfamilien und Kleinstproduzierende in über 40 Ländern in Europa, Afrika, Asien und Mittel- und Südamerika. Sie produzieren Lebensmittel, Schmuck, Dekoration, Haushalts – und Papierwaren, Taschen und Bekleidung. „Weltpartner eG” beliefert damit im deutschsprachigen Raum rund 800 Weltläden. Auch wenn sich die Importeure in ihrer Größe und Struktur unterscheiden, haben sie viele Gemeinsamkeiten: Alle handeln nach den Prinzipien des Fairen Handels.
Dabei ist nicht die Gewinnmaximierung das Ziel von „Weltpartner eG”, sondern die Förderung des Fairen Handels und vor allem der Handelspartner. Der Importeur zahlt faire Preise, die sich nicht am Auf und Ab des Weltmarktes orientieren. Zudem ist der Ausschluss von Kinderarbeit und Zwangsarbeit wichtig. Ein weiteres Ziel ist, die Arbeitsbedingungen und den Umweltschutz zu verbessern. Am Beispiel des fairen Burundi-Kaffees lässt sich das nachvollziehen.
Burundi ist als Partnerland mit Baden-Württemberg eng verbunden, WeltPartner eG übernahm seit der Unterzeichnung der Landespartnerschaft 2014 zusammen mit Kaffeebauernfamilien in Burundi eine tragende Rolle. Lange Zeit war der Kaffeehandel in dem ostafrikanischen Land rein staatlich gelenkt. Erst seit wenigen Jahren haben Genossenschaften die Chance, ihren eigenen Kaffee zu vermarkten. Exportiert wird dieser durch den einzigen burundischen Kaffeegenossenschaftsverband COCOCA.
Ziel von Weltpartner eG ist auch zur Eigenversorgung und Eigenvermarktung der Beteiligten beizutragen. Zudem geht es oft um nachhaltige Nutzung von Böden, um immer dringenderen Klimaschutz und Unterstützung bei den Sozialaufgaben der Projekte. Circa 1.000 der Genossenschafts-Mitglieder gehören zum Beispiel zu „Mboneramiryango“ im Zentrum von Burundi. Im Durchschnitt bewirtschaften die dort beteiligten Familien nur etwa 1/3 Hektar mit Kaffeepflanzen. Daneben werden Schattenbäume, Gemüse und weitere Kulturen zur Eigenversorgung angebaut. Der fair gehandelte Burundi-Kaffee wird mittlerweile in vielen Behörden, Kirchengemeinden und Fraktionen des Landes Baden-Württemberg getrunken.