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Weltladentag am 14. Mai in Saarbrücken

Am 14. Mai 2022 laden bundesweit Weltläden und Akteure im „Fairen Handel“ zum Weltladentag ein. Auch in Saarbrücken, die als Fair Trade Stadt mehrfach ausgezeichnet wurde, haben sich Akteure zusammengefunden, um die Bürgerinnen und Bürger an einem Stand von 10 bis 16 Uhr in der Bahnhofstraße vor Karstadt über den Fairen Handel zu informieren. Dazu gehören der Weltladen Saarbrücken, die Fairtrade Initiative Saarland sowie das Netzwerk Entwicklungspolitik Saarland.

Unter dem Motto „MÄCHTIG unfair“ machen die Initiativen darauf aufmerksam, dass viele Produzentinnen und Produzenten weltweit kein existenzsicherndes Einkommen aus dem Handel mit ihren Produkten erzielen. „Oft decken die Preise, die die Bäuerinnen und Bauern für Kaffee, Kakao, Bananen oder Milch erhalten, nicht einmal die Produktionskosten,“ erläutert Helmut Paulus vom Weltladen Saarbrücken. „Durch die aktuell steigenden Preise merken wir auf dramatische Weise, wie wichtig existenzsichernde Einkommen und Löhne sind, sowohl in Deutschland wie auch weltweit.“ Die Fair-Handels-Bewegung setzt sich am Weltladentag für eine rasche Nachbesserung des im Mai 2021 beschlossenen „Gesetzes zur Stärkung der Organisationen und Lieferketten im Agrarbereich“ ein, welches die gravierendsten unlauteren Handelspraktiken verbietet.

 

Unser Produkt des Monats Mai:

Das Korn der Inkas: Quinoa aus Bolivien

Vulkane, Vicuñas und dünne Luft, auf knapp 4000 Meter Höhe. Hier, in Boliviens Anden-Hochland, schießt sie überall aus dem Boden – leuchtend, als hätte sie ein Regenbogen benetzt: Quinoa.

Die Quinoa-Bauernfamilien leben in weit voneinander entfernten Gemeinden. Das Leben im Hochland ist hart: Auf den kargen Böden ist eine landwirtschaftliche Nutzung nur sehr eingeschränkt möglich. Qinoa gehört zu den wenigen Pflanzen, die anspruchslos genug sind, um in diesem Klima zu gedeihen.

In Bioqualität

15 Regionalorganisationen in Potosí und Oruro in der Nähe des Salzsees „Salar de Uyuni“ haben sich zu ANAPQUI (Asociación Nacional de Productores de Quinoa) zusammengeschlossen, um ihr Nahrungsmittel vor dem Vergessen zu bewahren. Der Faire Handel ermöglichte es ihnen, Quinoa nach Europa zu exportieren, später sogar in Bioqualität.Über ANAPQUI können die Bauern langfristig einen besseren Preis erzielen, der nicht den üblichen Marktpreisschwankungen unterliegt.

Der Faire Handel hat unser Leben im Altiplano Sur in Bolivien deutlich verbessert“, so Faustina Perez, Mitglied von ANAPQUI. Da Quinoa sehr stark im Trend liegt, gehen allerdings andere Firmen dazu über, sie in großem Stil und ohne Rücksicht auf die karge Landschaft anzubauen.

Erhalt von traditionellen Kulturpflanzen

ANAPQUI ist die Nachhaltigkeit absolut wichtig. ANAPQUI fördert den Anbau verschiedener Quinoa-Sorten und unterstützt somit den Erhalt von traditionellen Kulturpflanzen. Der ökologische Anbau spielt im landwirtschafltichen Beratungs- und Ausbildungsprogramm von ANAPQUI eine wichtige Rolle. Außerdem gibt es Ausbildungs-Stipendien für die Kinder.

 

Unser Produkt des Monats April:

Cashews von La Surenita aus Honduras

Unsere Cashew-Produkte stammen aus drei Frauenkooperativen aus der Provinz Choluteca im Südosten von Honduras. Diese Provinz gehört zu den ärmsten Regionen des mittelamerikanischen Landes. Die wenigen Einkommens-möglichkeiten stehen fast nur Männern offen. Frauen sind in jeder Hinsicht benachteiligt und müssen ihre Kinder oft ohne Vater großziehen.

Einige von ihnen begannen 1985 mit Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung mit der Verarbeitung der früher ungenutzten Cashewäpfel. Heute bietet La Sureñita eine Vielzahl an Cashew- Produkten an: Cashew-Natur, gezalzen, Chili oder als „Bruch.All dies gibt es in unserem Laden zu kaufen.

Durch den Verkauf ihrer weiterverarbeiteten Produkte erhalten die Mitglieder von La Sureñita ein regelmäßiges Einkommen. Für die Zeit zwischen den Ernten gibt es zinslose Kredite. Durch den Klimawandel sind die Cashewnüsse knapp und entsprechend teuer. Fotos: Gepa

Die Frauen haben im Laufe der Zeit ihre vier Verarbeitungsanlagen renoviert und werden nun auch andere Cashew-Setzlinge pflanzen, die die Trockenheit besser aushalten können. Zudem wurden verschiedene Projek te für die Mitglieder gestartet: Gemüsegärten, Hühner-, Schweine- sowie Fischzucht.

Die Produzentinnen

La Sureñita ist eine der wenigen Frauenorganisationen des Fairen Handels. Seit vielen Jahren organisieren die Frauen die Arbeit mit Erfolg selbst – vom Aufkauf der Nüsse über die aufwändige Verarbeitung und Verpackung bis hin zur Vermarktung.

 

Unser Produkt des Monats zur Pflanzzeit im März:

Gartenhandschuhe aus fair gehandeltem Naturkautschuk

Unsere Handschuhe stammen von Lalan Rubbers Ltd., einer Gruppe von 13 Kautschukplantagen in Sri Lanka, insgesamt rund 6.885 Hektar. Neben Kautschuk- betreibt Lalan auch Tee-, Holz-, Kaffee- und Gewürzpflanzenplantagen.

Der Kautschuk wird vor Ort zu Endprodukten wie Handschuhen oder Gummiringen weiterverarbeitet. Nachhaltigkeit wird bei Lalan großgeschrieben, sowohl sozial als auch ökologisch: Alle Plantagen sind FSC®-zertifiziert und das Unternehmen fördert Gesundheitsprogramme für Angestellte und lokale Bevölkerung, Wasseraufbereitungsanlagen in den Fabriken und Stipendien für Kinder von Angestellten.

Die Fair Rubber Initiative

Der niedrige Weltmarktpreis, der für Gummi gezahlt wird, und schlechte Arbeitsbedingungen, machen es den Zapfern, Plantagenarbeitern und Kleinbauern sehr schwer, sich und ihre Familien mit ihrer eigenen Arbeit zu ernähren. Hier will der Fair Rubber e.V. Abhilfe schaffen: Durch die Zahlung einer Fair Trade-Prämie an die Bauern wird so weit wie möglich sichergestellt, dass auch bei niedrigen Weltmarktpreisen ihre Produktionskosten gedeckt sind und sie darüber hinaus einen Überschuss erhalten, der ihnen Spielraum zur Verbesserung ihrer Arbeits- und Lebensbedingungen gibt.

 

Produkt des Monats Februar

Bio-Popquins aus Bolivien

Unsere Bio-Popquins werden bei „Coronilla“ in Bolivien hergestellt. Der 1972 gegründete Familienbetrieb in Cochabamba, einer Stadt in einem Tal am Rande des Hochlands, bezieht die Rohwaren wie Reis, Quinoa, Cañawa, Rohrohrzucker und Kakao in Bio-Qualität von Bauern-Zusammenschlüssen. Durch die Verarbeitung schafft Coronilla Anreize, dass die traditionellen Sorten bewahrt und ökologisch angebaut werden.

Die Produzentinnen und Produzenten

Bei Coronilla sind hauptsächlich Frauen beschäftigt, die die guten Arbeitsbedingungen sehr zu schätzen wissen. Außerdem arbeiten noch rund fünf Prozent Menschen mit Handicap bei dem Unternehmen. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in der gesetzlichen Sozial- und Krankenversicherung – keine Selbstverständlichkeit in Bolivien. Coronilla übernimmt die Kosten der Krankenversicherung sowohl für alle Mitarbeiter als auch für deren Kinder. Außerdem erhält jede Coronilla-Mitarbeiterin und jeder -Mitarbeiter inklusive aller Sonderzahlungen 15. Monatsgehälter pro Jahr.

 

Produkt des Monats Dezember

Marry´s FAIR TRADE – Bio Glühwein Rot

Arbeiter bei Stellar organics

Unser Bio-Glühwein stammt aus dem Weingut Stellar Organics. Als erstes Bioweingut in Südafrika setzte Stellar Organics auf eine Zertifizierung für den fairen Handel. Mit viel Improvisations- und Pioniergeist entstand innerhalb von wenigen Jahren eine ausgeklügelte aber nachhaltige Struktur. Heute werden hier auf technisch hohem Niveau anspruchsvolle Bioweine herstellt und gleichzeitig die sozialen Bedingungen für die Arbeiter und ihre Community stetig verbessert. Darüber hinaus wurden 2017 die ersten biodynamisch gepflegten Weinberge angelegt. Ein Projekt, bei dem die Arbeiter bei Stellar Organics mit über 60% erstmals Mehrheitseigner sind.

Heute ist Stellar Organics eine wichtige Institution für die über 200 farbigen Mitarbeiter und ihre Familien. Das Arbeitsklima bei Stellar ist für afrikanische Verhältnisse vorbildlich. Festangestellte Arbeiter und ihre Familien leben in kleinen Häuschen mit Garten, die von Stellar zur Verfügung gestellt wurden. Der Betrieb gewährleistet eine moderne Gesundheitsversorgung, ein wichtiger Faktor angesichts der in Südafrika üblichen Entfernungen. Die Kinder sind im Kindergarten und anschließend in der Grundschule versorgt. Wer eine weiterführende Schule besuchen will, wird mit dem betriebseigenen Schulbus in die nächste Stadt gefahren. Auch den Erwachsenen stehen bei Bedarf entsprechende Fortbildungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Produkt des Monats November

#Choco4Change

Die Schokolade ist mit Datteln aus Tunesien gesüßt. Foto: GEPA

Die neue #Choco4Change ist die einzigartige, echte Klimaschokolade, die alles zusammenbringt, was dir wichtig ist: 20 Cent fließen in Klimaprojekte bei Handelspartnern in Tansania und auf São Tomé.
Die #Choco4Change ist fair gehandelt und gleichzeitig bio: Fairer Handel in Süd und Nord sowie Bio-Anbau schützen Mensch & Natur – und letztendlich die Zukunft für uns alle.

#Choco4Change auf einen Blick

  • 20 Cent für Klimaprojekte
  • 100 % faire Zutaten: Kakao, Zucker, faire Milch
  • 100 % bio
  • 100 % transparent
  • 0 % ausbeuterische Kinderarbeit
  • 0 % Alufolie
  • 0 % Sojalezithin
  • Innenwickel kompostierbar

 

Produkt des Monats Oktober

Unser Bio-Honig trägt zum Klimaschutz und zur Klimagerechtigkeit bei

Bei einer Imkerschulung von Tzeltal Tzotzil | Foto: GEPA – The Fair Trade Company / Rafael Solórzano, MexikoKlimaschutz und Artenvielfalt

  • Bienenhaltung ist ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz. Durch die Bestäubungsleistung der Bienen wird die Biodiversität gefördert und die Artenvielfalt bleibt erhalten.
  • Bienenhaltung verbraucht keine Ressourcen … denn Bienenstöcke finden auf kleinstem Raum Platz.
  • Unsere GEPA-Honige werden bei unserem Verarbeiter mit 100 Prozent Ökostrom abgefüllt.
  • Das gesamte Honig-Sortiment ist von der Produktion bei unseren Handelspartnern bis zum Vertrieb in Deutschland klimaneutral. Die Kompensation findet über die Klima-Kollekte statt.

Fairer Handel bringt Imkergenossenschaften zusätzlichen Mehrwert
Ernährungssicherheit

  • Die Bienenhaltung trägt durch die Bestäubungsleistung zur Ernährungssicherheit für Familien der Genossenschaften bei.
  • Der Honig ist besonders wichtig, damit die Familien zusätzliches Einkommen zum Kaffeeanbau verdienen.
  • Der Verkauf des Honigs bringt neue Perspektiven und trägt dazu bei, Migration zum Beispiel in die Städte oder die USA zu verhindern. Vor allem für jugendliche Re-Migrant*innen kann die Imkerei eine neue Perspektive bedeuten, wenn sie nach der Rückkehr die Bienenstöcke ihrer Eltern übernehmen oder neu anfangen. Sie benötigen kein eigenes Land und können die Bienenvölker selber nach und nach vermehren.

Produkt des Monats September

Seifen aus Thailand

Mit handgemachten Seifen gute Arbeitsplätze schaffen – das ist das Besondere bei SOAP-n-SCENT in Thailand. Für die Herstellung der Seifen werden ausschließlich Kokos- und Reiskleie-Öle verwendet, da SOAP-n-SCENT kein Palmöl von nachhaltig angebauten Ölpalmen erhalten konnte. Die Seifen werden von Hand geschnitten und verpackt. In dieser Seifenmanufaktur ist viel Handarbeit notwendig, wodurch viele Arbeitsplätze entstanden sind.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten mindestens den nationalen Mindestlohn, der ausreichend ist, um alle Lebenskosten zu decken und Geld zu sparen. Obst und Gemüse für den eigenen Bedarf werden selbst angebaut. Bei Krankheit erhalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von SOAP-n-SCENT weiterhin ihren Lohn. Sie sind krankenversichert und SOAP-n-SCENT kommt für den jährlichen Gesundheits-Check-up der Beschäftigten auf.

Mehr als die Hälfte der Beschäftigten von SOAP-n-SCENT sind Frauen. Bei den leitenden Mitarbeitern sind es sogar 75 Prozent Frauen. Und Frauen und Männer erhalten für vergleichbare Tätigkeiten das gleiche Gehalt.

Produkt des Monats August

Panama-Hüte aus Kolumbien

Unsere Hüte stammen aus der Werkstatt von Ivan Montezuma im Süden Kolumbiens.

Romario Latorre Velásquez, 22 Jahre, hat auf Empfehlung seiner Mutter in der Werkstatt von Ivan Montezuma als Hutflechter angefangen. Er bedient die hydraulische Presse, mit der die Hutglocken geformt werden, und organisiert darüber hinaus das Rohmaterial und die Produktion. In seiner Freizeit treibt Romario gerne Sport und lebt mit seinen Eltern und Großeltern in Sandoná.


Diana Solarte Martínez, 34 Jahre, kam auf der Suche nach Arbeit nach Sandoná. Sie stammt eigentlich aus der Gemeinde Policarpa Nariño Vereda la Laguna, aus der sie aber gewaltsam vertrieben wurde. Bei MontezuMa hat sie das Flechten gelernt und arbeitet nun an der Glättmaschine, klebt die Hutbänder an, wählt die Größen und Zahlen aus. Mit ihren drei schulpflichtigen Töchtern lebt Diana in Sandoná. In ihrer Freizeit geht sie gerne spazieren.

Produkt des Monats Juli:

Feinste Soßen nach südafrikanischem Rezept!

Es ist Grillzeit. Deshalb bieten wir im Juli als unser Produkt des Monats Soßen von der südafrikanischen Fairhandels-Organisation Turqle Tradin: Tomaten- und Curryketchup, Sweet onion oder Fruity Curry.

Ziel des Unternehmens ist es, die lokale Wertschöpfung zu erhöhen und Arbeitsplätze in Südafrika zu schaffen. Die Organisation hat es geschafft, ein entwicklungsfähiges Handelsunternehmen aufzubauen, das nach den Prinzipien des Fairen Handels arbeitet.

Heute arbeitet Turqle Trading mit über zehn unabhängigen Produzentengruppen zusammenarbeitet und mit 500 festen Mitarbeitern. Fast 70 Prozent davon sind Frauen. Turqle Trading ist ein aktives Mitglied der World Fair Trade Organization (WFTO).

Die Tätigkeiten der Produzenten reichen von Anbau über Verarbeitung bis hin zu einfachen Arbeiten für Ungelernte. Wachstum durch Handel, Verantwortung, Transparenz und Zukunftsfähigkeit gehören zu den entscheidenden Kriterien der Organisation. Die Mission von Turqle Trading: Nachhaltige Arbeitsplätze schaffen und dadurch zur Verbesserung der Lebenssituation der Menschen vor Ort beizutragen. Mit gezielten Aus- und Weiterbildungsprogrammen will die Organisation Perspektiven aufzeigen, wie Produzenten ihren Lebensunterhalt selbst finanzieren können.

 

 

 

Artikel aus der Saarbrücker Zeitung vom 5.6.2020

Wenn Ursula Schulz-Trieglaff von Fairem Handel und den Nöten in afrikanischen oder asiatischen Ländern erzählt, vergisst sie die Zeit und ist völlig in ihrem Element. „Wir haben in den vergangenen 30 Jahren so viel bewegen können. Das macht einen richtig stolz. Produzenten in Afrika berichteten, dass sie aufgrund der fairen Preise ihre Kinder zur Schule schicken können, Häuser aus Stein statt aus Holz bauen und eine bessere Gesundheit haben“, erzählt Ursula Schulz-Trieglaff.

Die 77-Jährige ist so etwas wie das Urgestein des Fairen Handels in Saarbrücken. Vor 30 Jahren eröffnete der Weltladen am St. Johanner Markt. Ein Geschäft, das bis heute ausschließlich Produkte des Fairen Handels aus aller Welt führt. Ursula Schulz-Trieglaff ist von Beginn an dabei. Damals suchte der Verein „Kreuz des Südens“, der den Weltladen betreibt, Mitarbeiter. Schulz-Trieglaff meldete sich.

„Am Anfang hatten wir nur ganz wenige Produkte wie Kaffee, Tee oder Sachen aus dem Kunstgewerbe. Wir konnten vielleicht aus einer Handvoll Länder Sachen anbieten. Heute kommen die mehr als 100 Produkte aus der ganzen Welt“, erzählt die 77-Jährige stolz. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg in Oberdorf geboren und wuchs in Baden-Württemberg und in der Pfalz auf und bezeichnet das Saarland mittlerweile als ihre Heimat. Mit der steigenden Anzahl der Produkte aus armen Ländern stieg auch die Zahl der Kunden, die sich dafür interessierten und durch ihren bewussten Konsum Gutes tun wollten. „Ganz am Anfang kamen fast nur junge Leute und Studenten in den Weltladen. Die ältere Generation fragte damals oft skeptisch nach, ob die Produkte auch wirklich sauber seien“, erinnert sich Ursula Schulz-Trieglaff und muss lachen.

Heute sind Artikel aus Fairem Handel fast überall zu erhalten. Neben dem Weltladen sind in Saarbrücken noch weitere Geschäfte zu finden, die sich auf solche Produkte spezialisiert haben. Es gibt von Dingen für den täglichen Bedarf bis hin zu Fußbällen, Hängematten oder „Sonnenlichtern“ so gut wie alles zu fairen Preisen zu kaufen.

„Die Sonnenlichter werden von Frauen in Südafrika hergestellt. Es sind quasi Einmachgläser, die mit ganz kleinen Solarpaneelen das Sonnenlicht am Tag einfangen und im Dunkeln als gute Lichtquelle wieder abgeben. Ich habe sie selber zu Hause, sie erzeugen eine ganz tolle Atmosphäre“, erklärt die ehemalige Lehrerin für Englisch und Geschichte.

Sie ist eine von 20 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Weltladens, und sie hat sich von den Lebensbedingungen in armen Ländern selbst schon ein Bild gemacht. Sie reiste bereits nach Burkina Faso, Burma und Indien. „Die Menschen, die dort vom Fairen Handel profitieren, zeigen einem zum Beispiel voller Stolz ihren Ofen, den sie sich anschaffen konnten. Sie mussten viele Jahre mit einer offenen Feuerstelle im Haus leben, was Krankheiten verursachte. Für diese Menschen ist es viel sinnvoller, wenn man für die Produkte bei uns faire Preise bezahlt, als dass man irgendwohin Geld spendet. Die Wege des Geldes beim Fairen Handel kann man im Internet ganz genau nachvollziehen“, sagt Ursula Schulz-Trieglaff.

Mit ihren 77 Jahren hat sie zwar hin und wieder ans Aufhören gedacht. Doch einmal pro Woche möchte sie trotzdem im Weltladen helfen, die Begegnungen mit den Menschen suchen und ihre in Jahrzehnten gesammelten Erfahrungen weitergeben.

 

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