Neuigkeiten

Produkt des Monats September

Seifen aus Thailand

Mit handgemachten Seifen gute Arbeitsplätze schaffen – das ist das Besondere bei SOAP-n-SCENT in Thailand. Für die Herstellung der Seifen werden ausschließlich Kokos- und Reiskleie-Öle verwendet, da SOAP-n-SCENT kein Palmöl von nachhaltig angebauten Ölpalmen erhalten konnte. Die Seifen werden von Hand geschnitten und verpackt. In dieser Seifenmanufaktur ist viel Handarbeit notwendig, wodurch viele Arbeitsplätze entstanden sind.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten mindestens den nationalen Mindestlohn, der ausreichend ist, um alle Lebenskosten zu decken und Geld zu sparen. Obst und Gemüse für den eigenen Bedarf werden selbst angebaut. Bei Krankheit erhalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von SOAP-n-SCENT weiterhin ihren Lohn. Sie sind krankenversichert und SOAP-n-SCENT kommt für den jährlichen Gesundheits-Check-up der Beschäftigten auf.

 

Mehr als die Hälfte der Beschäftigten von SOAP-n-SCENT sind Frauen. Bei den leitenden Mitarbeitern sind es sogar 75 Prozent Frauen. Und Frauen und Männer erhalten für vergleichbare Tätigkeiten das gleiche Gehalt.

Produkt des Monats August

Panama-Hüte aus Kolumbien

Unsere Hüte stammen aus der Werkstatt von Ivan Montezuma im Süden Kolumbiens.

Romario Latorre Velásquez, 22 Jahre, hat auf Empfehlung seiner Mutter in der Werkstatt von Ivan Montezuma als Hutflechter angefangen. Er bedient die hydraulische Presse, mit der die Hutglocken geformt werden, und organisiert darüber hinaus das Rohmaterial und die Produktion. In seiner Freizeit treibt Romario gerne Sport und lebt mit seinen Eltern und Großeltern in Sandoná.


Diana Solarte Martínez, 34 Jahre, kam auf der Suche nach Arbeit nach Sandoná. Sie stammt eigentlich aus der Gemeinde Policarpa Nariño Vereda la Laguna, aus der sie aber gewaltsam vertrieben wurde. Bei MontezuMa hat sie das Flechten gelernt und arbeitet nun an der Glättmaschine, klebt die Hutbänder an, wählt die Größen und Zahlen aus. Mit ihren drei schulpflichtigen Töchtern lebt Diana in Sandoná. In ihrer Freizeit geht sie gerne spazieren.

 

Produkt des Monats Juli:

Feinste Soßen nach südafrikanischem Rezept!

Es ist Grillzeit. Deshalb bieten wir im Juli als unser Produkt des Monats Soßen von der südafrikanischen Fairhandels-Organisation Turqle Tradin: Tomaten- und Curryketchup, Sweet onion oder Fruity Curry.

Ziel des Unternehmens ist es, die lokale Wertschöpfung zu erhöhen und Arbeitsplätze in Südafrika zu schaffen. Die Organisation hat es geschafft, ein entwicklungsfähiges Handelsunternehmen aufzubauen, das nach den Prinzipien des Fairen Handels arbeitet.

Heute arbeitet Turqle Trading mit über zehn unabhängigen Produzentengruppen zusammenarbeitet und mit 500 festen Mitarbeitern. Fast 70 Prozent davon sind Frauen. Turqle Trading ist ein aktives Mitglied der World Fair Trade Organization (WFTO).

Die Tätigkeiten der Produzenten reichen von Anbau über Verarbeitung bis hin zu einfachen Arbeiten für Ungelernte. Wachstum durch Handel, Verantwortung, Transparenz und Zukunftsfähigkeit gehören zu den entscheidenden Kriterien der Organisation. Die Mission von Turqle Trading: Nachhaltige Arbeitsplätze schaffen und dadurch zur Verbesserung der Lebenssituation der Menschen vor Ort beizutragen. Mit gezielten Aus- und Weiterbildungsprogrammen will die Organisation Perspektiven aufzeigen, wie Produzenten ihren Lebensunterhalt selbst finanzieren können.

 

Weltladen Saarbrücken beteiligte sich an aktion #fairwertsteuer und spendete insgesamt 1.874,23 Euro an Banafair, Doris Kratkey Bliegau-Kosmetik und an den Weltladen Dachverband.

Der Weltladen Saarbrücken beteiligte sich seit  1. Juli an der „aktion #fairwertsteuer“ des Weltladen-Dachverbandes gemeinsam mit der bundesweiten Fair-Handels-Beratung und dem Forum Fairer Handel. Sie zielte darauf ab, die Mehrwertsteuer-Absenkung nicht an die Kunden weiterzugeben, sondern an Fair-Handels-Produzenten im Globalen Süden.

Die Produzenten in Afrika, Asien und Lateinamerika sind besonders stark von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen. Viele von ihnen können wegen der Ausgangssperren derzeit nicht in ihren Werkstätten und auf den Feldern arbeiten, sie erhalten kein Material, fertig produzierte Ware kann teilweise nicht verschifft werden und der Verkauf im Inland ist zum Erliegen gekommen. Gleichzeitig können sie am wenigsten mit staatlicher Unterstützung rechnen.

„Für uns als Weltladen „Kreuz des Südens“ war schnell klar, dass wir uns an der aktion #fairwertsteuer beteiligen werden“, erklärt Mitarbeiterin Ursula Schulz-Trieglaff. „So können wir die Produzenten stärken, damit sie und ihre Organisationen die Krise hoffentlich gut überstehen“, so Trieglaff weiter. Die Mehrwertsteuer-Absenkung mache bei Einkäufen in Weltläden in der Regel nur wenige Cent aus. In der Summe könne im Laufe eines halben Jahres jedoch ein nennenswerter Betrag generiert werden, der für Handelspartner im Süden einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung ihrer Organisationen leisten könne.

 

Artikel aus der Saarbrücker Zeitung vom 5.6.2020

Wenn Ursula Schulz-Trieglaff von Fairem Handel und den Nöten in afrikanischen oder asiatischen Ländern erzählt, vergisst sie die Zeit und ist völlig in ihrem Element. „Wir haben in den vergangenen 30 Jahren so viel bewegen können. Das macht einen richtig stolz. Produzenten in Afrika berichteten, dass sie aufgrund der fairen Preise ihre Kinder zur Schule schicken können, Häuser aus Stein statt aus Holz bauen und eine bessere Gesundheit haben“, erzählt Ursula Schulz-Trieglaff.

Die 77-Jährige ist so etwas wie das Urgestein des Fairen Handels in Saarbrücken. Vor 30 Jahren eröffnete der Weltladen am St. Johanner Markt. Ein Geschäft, das bis heute ausschließlich Produkte des Fairen Handels aus aller Welt führt. Ursula Schulz-Trieglaff ist von Beginn an dabei. Damals suchte der Verein „Kreuz des Südens“, der den Weltladen betreibt, Mitarbeiter. Schulz-Trieglaff meldete sich.

„Am Anfang hatten wir nur ganz wenige Produkte wie Kaffee, Tee oder Sachen aus dem Kunstgewerbe. Wir konnten vielleicht aus einer Handvoll Länder Sachen anbieten. Heute kommen die mehr als 100 Produkte aus der ganzen Welt“, erzählt die 77-Jährige stolz. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg in Oberdorf geboren und wuchs in Baden-Württemberg und in der Pfalz auf und bezeichnet das Saarland mittlerweile als ihre Heimat. Mit der steigenden Anzahl der Produkte aus armen Ländern stieg auch die Zahl der Kunden, die sich dafür interessierten und durch ihren bewussten Konsum Gutes tun wollten. „Ganz am Anfang kamen fast nur junge Leute und Studenten in den Weltladen. Die ältere Generation fragte damals oft skeptisch nach, ob die Produkte auch wirklich sauber seien“, erinnert sich Ursula Schulz-Trieglaff und muss lachen.

Heute sind Artikel aus Fairem Handel fast überall zu erhalten. Neben dem Weltladen sind in Saarbrücken noch weitere Geschäfte zu finden, die sich auf solche Produkte spezialisiert haben. Es gibt von Dingen für den täglichen Bedarf bis hin zu Fußbällen, Hängematten oder „Sonnenlichtern“ so gut wie alles zu fairen Preisen zu kaufen.

„Die Sonnenlichter werden von Frauen in Südafrika hergestellt. Es sind quasi Einmachgläser, die mit ganz kleinen Solarpaneelen das Sonnenlicht am Tag einfangen und im Dunkeln als gute Lichtquelle wieder abgeben. Ich habe sie selber zu Hause, sie erzeugen eine ganz tolle Atmosphäre“, erklärt die ehemalige Lehrerin für Englisch und Geschichte.

Sie ist eine von 20 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Weltladens, und sie hat sich von den Lebensbedingungen in armen Ländern selbst schon ein Bild gemacht. Sie reiste bereits nach Burkina Faso, Burma und Indien. „Die Menschen, die dort vom Fairen Handel profitieren, zeigen einem zum Beispiel voller Stolz ihren Ofen, den sie sich anschaffen konnten. Sie mussten viele Jahre mit einer offenen Feuerstelle im Haus leben, was Krankheiten verursachte. Für diese Menschen ist es viel sinnvoller, wenn man für die Produkte bei uns faire Preise bezahlt, als dass man irgendwohin Geld spendet. Die Wege des Geldes beim Fairen Handel kann man im Internet ganz genau nachvollziehen“, sagt Ursula Schulz-Trieglaff.

Mit ihren 77 Jahren hat sie zwar hin und wieder ans Aufhören gedacht. Doch einmal pro Woche möchte sie trotzdem im Weltladen helfen, die Begegnungen mit den Menschen suchen und ihre in Jahrzehnten gesammelten Erfahrungen weitergeben.

 

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