Vom Pfarrer Bötsch bis zum 40. Jubiläum der Pfadfinderschaft St. Georg, von der fünffachen Primiz im Jahr 1953 bis zum Kinderfasching im Bischof-Schmitt-Haus reichten beim 6. Erzählcafé im AWO-Heim die persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen mit Kirche und Glaube in Rimpar.

„Hoffentlich Allianz versichert“

Zwei Dutzend Rimparerinnen und Rimparer ließen sich durch eine Diaschau, zusammengestellt von Diakon Franz-Ludwig Ganz, durch die Jahrzehnte der Pfarreigeschichte führen und zum persönlichen Austausch anregen. Robert Bundschuh, in den 80er und 90er Jahren selbst Pastoralreferent in Rimpar, leitete die Gesprächsgruppen mit einem kurzen Fragenkatalog an. So tauschte man sich lebhaft über besondere Ereignisse wie Erstkommunion „in Kutten“ oder die hochnotpeinlichen Katechismus-Abfragen in der Schule aus. Beeindruckend fand ein früherer Ministrant, dass er zu den frühmorgendlichen Rorate-Gottesdiensten der Adventszeit oft die ersten Spuren durch den frisch gefallenen Schnee zur Kirche hinauf legte. „Und jeder Ministrant hat mal vom Messwein probiert, ganz klar“, wussten Eingeweihte augenzwinkernd zu berichten. Kaplan Albert Leutbecher eröffnete seine erste Predigt in Rimpar mit dem Satz „Hoffentlich Allianz versichert“ und bei Pfarrer Siegler gab es zum vertraulichen Beichtgespräch auch mal einen Schoppen Wein.

Lebensfremde Trennung

Aber auch Nachdenkliches wurde diskutiert: Glaube ja – Kirche nein, heißt es heute bei manchen. „Immer mehr Menschen erwarten immer weniger von der Kirche“, meinte einer, da viele von der Institution Kirche enttäuscht seien. Die Trennung von evangelischer und katholischer Kirche erleben viele als lebensfremd. Und die wachsende Vereinsamung in unserer Gesellschaft braucht neue Strukturen von Erzählgemeinschaften – womit vielleicht auch die wachsende Beliebtheit des Erzählcafés, zu dem Weltladen und Seniorenrat immer wieder einladen, erklärt ist.

Auch im neuen Jahr wird es wieder zwei Termine im AWO-Heim geben.

Text: Eva-Maria Schorno / Co-Vorsitzende Weltladen Rimpar e.V.

Pfarrer Willi Dietz war von 1983 bis 1993 ein prägender Priester der katholischen Pfarrei St. Peter und Paul. Ihm war die Kinder- und Jugendarbeit ein Herzensanliegen. So entstanden in dieser Zeit die Kinderwortgottesdienste und die Pfadfindergruppen.

Foto: Bildarchiv Pfarrei Rimpar

Ein wichtiger Meilenstein im Glaubensleben war für viele die Feier der Erstkommunion – hier in den 90er Jahren, als die Kinder einheitliche Gewänder trugen. Pfarrer Hugo Göbel (1994 – 1999 in Rimpar) leitete den Gottesdienst.

Foto: Bildarchiv Pfarrei Rimpar