Hilfe in der Krise – Wie der Verein „Partnerschaft In Einer Welt e.V.“ in Indien während Corona hilft

Lingubai ist 60 Jahre alt. Sie gehört den Gondu an, einem der indigenen Völker Indiens und lebt in einem Dorf, in einer ländlichen Region Andhra Pradeshs. Den Mitarbeiter*innen der Partnerorganisation von „Partnerschaft In Einer Welt e.V.“, dem Child Guidance Centre (CGC) sagte sie, dass sie in das 11 Kilometer entfernte Zentrum ihrer Gemeinde gehen muss, um ihre Einkäufe tätigen zu können. Dies ist für sie, da sie alleine lebt, schon unter normalen Umständen schwierig und wurde durch den strengen Lockdown in Indien angesichts der Corona-Pandemie unmöglich. Seit einer Woche, so die 60 Jährige, seien ihre Vorräte aufgebraucht und sie ernähre sich nur noch von Reis mit Chilipulver.

Wie Lingubai geht es in diesen Wochen vielen Menschen, die in den Dörfern weit ab von den Großstädten Indiens leben, so berichtet Frau Rajani Dasi in einer Videokonferenz dem Vorstandsmitglied von „Partnerschaft In Einer Welt e.V.“ Tobias Sushil Paeper. Die Situation ist für viele der Landarbeiter*innen desolat, da sie in der Landwirtschaft kaum mehr Geld verdienen können und nicht mehr wissen, wie sie ihre Kinder ernähren sollen. Kleinbauern müssen zum Teil ihren kleinen Landbesitz verkaufen um zu überleben. So werden aus selbstständigen Bauern Tagelöhner, die auf den Feldern der Großgrundbesitzer arbeiten müssen.

Aber auch in den Großstädten ist es durch den Lockdown und dessen strenge Auflagen, vielerorts schwierig einkaufen zu gehen. Dem CGC ist es ein Anliegen, den Staat zu unterstützen und den Menschen zu helfen, die von der staatlichen Hilfe nicht erreicht werden. So ist man in die von der Volksgruppe der Gondu bewohnten Dörfer gefahren und hat dort Hilfspakete an die Menschen verteilt. Ebenso konnten die Menschen im Umkreis des CGC/Hyderabad auch in die Förderschule kommen um dort Hilfspakete zu erhalten.

Die Hilfspakete des CGC kosten ca. 5€ pro Familie. Darin enthalten sind Masken für die Menschen, Seifen zum Waschen und Waschmittel für die Kleidung. Ebenso sind die Pakete gefüllt mit Lebensmitteln für 2 Wochen. Reis, Dall (Linsen), Tomaten, Zwiebeln, weiteres Gemüse, sowie Gewürze und Speiseöl befinden sich in den Paketen. Über 2000 Familien konnte das CGC so durch den Lockdown helfen.

Aber nicht nur die materielle Hilfe, durch die Versorgung mit Lebensmitteln, ist dem CGC wichtig. Bei den Besuchen in den Dörfern, wurde auch wichtige Aufklärungsarbeit geleistet. So wurde über das Virus aufgeklärt und mit Fehlinformationen aufgeräumt. Auch wurde über die Wichtigkeit von Hygienemaßnahmen aufgeklärt, sei es Hände waschen oder die hier in Deutschland so viel zitierte Niesetikette.

Diese Bemühungen des CGC hat der Verein „Partnerschaft In Einer Welt e.V.“ mit 15.000€ Euro unterstützt. Noch ist auch in Indien kein Ende der Krise abzusehen.

Spendenkonto: Partnerschaft In Einer Welt e.V., SPK Neckartal Odenwald, DE03674500480003088622