Ein Kaffeebauer aus Honduras, 24 Jahre jung, besuchte im Rahmen der „Fairen Woche“ die Fairtrade-Gemeinden Güntersleben, Retzstadt, Veitshöchheim und Rimpar. Der Besuch von Lucio Calix Nicolas war der Gewinn für den ersten Platz beim deutschlandweiten Wettbewerb „Faires Frühstück an besonderen Orten“, das im September 2025 von den vier Gemeinden und Weltläden am Mittelpunkt der EU in Gadheim veranstaltet worden war.

Lucio absolvierte ein Wochenende lang verschiedene Programmpunkte in unserer Region: eine Weinlese in Retzstadt, das Regionaltreffen der mainfränkischen Weltläden in Veitshöchheim und einen offiziellen Empfang der Gemeinde Güntersleben im Rathaus, bei der er über die Kooperative Combrifol, mit der er auch seine Kaffeebohnen vermarktet, berichten konnte.

Mittagessen bei der Familie Bundschuh

In Rimpar zeigte sich der junge Mann begeistert von der launigen Schlossführung durch Hans Winzlmaier, die inklusive Turmbesteigung und Abstieg in den Kerker großes Interesse bei Lucio weckte. Familiär ging es dann beim fränkischen Mittagessen bei Familie Bundschuh zu. Rouladen, Klöße und Blaukraut schmeckten dem Gast aus den Bergen von Marcala gut.

Wir konnten viel über die Arbeit und die Sorgen der Kaffeebauern in den Bergen von Marcala auf 1.500 Metern Höhe an der Grenze zu El Salvador erfahren und auch den Kaffee verkosten, den Lucio anbaut. Der Kaffee gilt als besonders mild und bekömmlich – und ist nun auch im Rimparer Weltladen zu kaufen.

Klimawandel macht Sorgen

Sorgen macht Lucio und den 141 Familien, die ihre Kaffeebohnen in der Fairtrade-Kooperative Combrifol vermarkten, der Klimawandel. Denn wie auch bei uns gefährden lange Trockenperioden oder zu lange Regenzeiten eine auskömmliche Ernte und fördern Pflanzenkrankheiten. Dabei arbeiten alle Mitglieder von Combrifol ausschließlich mit ökologischen Pflanzenschutzmitteln und Düngern, um die Bio-Qualität ihres Kaffees zu gewährleisten. Lucio fungiert hier auch als interner Inspektor, der überprüft, ob alle Vorgaben eingehalten werden. Auch die deutschen Handelspartner kontrollieren regelmäßig die Plantagen in Marcala.

Die Kooperative ermöglicht durch finanzielle Unterstützung jungen Leuten, ihren eigenen Kaffeeanbau zu starten – und verhindert so, dass die Menschen auswandern müssen, weil sie in anderen Berufen keine existenzsichernden Löhne erzielen können.

Die Begegnung mit Lucio Calix Nicolas aus Honduras eröffnete einen persönlichen Einblick in die Lebensumstände und Produktionsbedingungen von Kaffeebauern im Fairtrade-Bereich.

Text: Eva-Maria Schorno / Co-Vorsitzende Weltladen Rimpar e.V.

Bild oben v.l.: Lucio, die Weltladen-Vorsitzenden Robert Bundschuh und Eva-Maria Schorno.

Die Führung durchs Rimparer Schloss mit Hans Winzlmaier beeindruckte Lucio, Kaffeebauer

aus Honduras, besonders. Mit dabei war auch die 2. Bürgermeisterin Margarete May-Page.

Gastgeberin Romi Bundschuh und Lucio, der „seinen“ Kaffee in den Händen hält (ist ab sofort im Laden erhältlich).

Bilder: Monika Bundschuh und Eva-Maria Schorno