Es ist die Frage, die sich der Einzelhandel wohl überall stellt: Wie bringt man die Kundschaft dazu, im eigenen Laden einzukaufen? Die Weltläden, die ausschließlich fair produzierte und gehandelte Produkte von Kaffee bis Schmuck anbieten, stehen dabei vor besonderen Herausforderungen. Das Verkaufspersonal ist durch die Bank ehrenamtlich tätig, die Öffnungszeiten und das Sortiment sind begrenzt. Die Verantwortlichen der acht Weltläden im Landkreis Würzburg wollen diese Herausforderungen künftig gemeinsam anpacken und sich besser vernetzen, um Strategien und gute Beispiele aus dem Weltladen-Alltag auszutauschen.

 Zwischen Erfolg und Ernüchterung

In Güntersleben habe man vor allem mit Kooperationen mit anderen Vereinen den Umsatz seit 2012 verdoppelt, berichtete der Vorsitzende des dortigen Eine-Welt-Vereins, Werner Stumpf, während des jüngsten Vernetzungstreffens am Landratsamt Würzburg. Doch nicht nur der örtliche Vereinsring, sondern auch Gemeindeverwaltung und Kirche würden sich mit dem Ausschank von fair gehandeltem Kaffee beteiligen. Wichtig sei es, so Stumpf, sich bei verschiedenen Veranstaltungen zu präsentieren, um bei unterschiedlichen Zielgruppen als Ansprechpartner im Gedächtnis zu bleiben.

Am Ende würden die Ladnerinnen und Ladner allerdings immer wieder ernüchtert: In Randersacker etwa wüssten viele Gemeindebewohner nicht, dass der Laden überhaupt existiere, berichteten die Betreiber – obwohl sich dieser im Erdgeschoss des Rathauses befinde. Immer wieder seien auch Vorurteile und Unwissenheit in der Bürgerschaft verbreitet, „wohin das Geld geht“, das mit fair gehandelten Waren eingenommen wird.

Gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit

Dazu sollen unter anderem eine verbesserte Öffentlichkeitsarbeit und zusätzliche Mitarbeiterschulungen beitragen. Eine eigene Rubrik „Fairtrade“ im Veranstaltungskalender auf der Webseite des Landkreises Würzburg www.landkreis-wuerzburg.de/veranstaltungskalender soll Veranstaltungen der Weltläden in den einzelnen Gemeinden schneller auffindbar und damit sichtbarer machen.

Unterstützen wird dabei die Steuerungsgruppe Fairtrade am Landratsamt Würzburg. Zu dieser gehören: Rico Neubert, Leiter des Stabsstellenfachbereichs Regionalmanagement, Kreisentwicklung und Wirtschaftsförderung, Brigitte Schmid, Fairtrade-Beauftragte, Madlen Müller-Wuttke, Leiterin des Stabsstellenfachbereichs Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Interne Kommunikation sowie der Vorsitzende des Eine-Welt-Vereins Harambee in Güntersleben Werner Stumpf, die Co-Vorsitzende des Weltladens in Rimpar Eva-Maria Schorno sowie Lea Pfeifer vom Weltladen Würzburg. Auch soll künftig zwischen den Vernetzungstreffen regelmäßig über einen internen Newsletter nützliche Informationen weitergegeben werden. Und natürlich wird die Landkreisverwaltung weiterhin für das Thema Fairtrade werben: Erst kürzlich konnte Landrat Thomas Eberth die Urkunde zur Rezertifizierung als „Fairtrade-Landkreis“ für weitere zwei Jahre entgegennehmen.

 

Bildunterschrift: Die Verantwortlichen der acht Weltläden im Landkreis Würzburg wollen künftig noch enger zusammenarbeiten, um ihre fair gehandelten Waren an ihre Kunden zu bringen. Tatkräftige Unterstützung erhalten sie dabei von den Mitgliedern der Steuerungsgruppe Fairtrade am Landratsamt Würzburg. Zu dieser gehören unter anderem die Fairtrade-Beauftragte des Landkreises Würzburg Brigitte Schmid (links), die Co-Vorsitzende des Weltladens in Rimpar Eva-Maria Schorno und Werner Stumpf, Vorsitzender des Eine-Welt-Vereins Güntersleben.

Text und Bild: Christian Schuster