
| Landwirtschaft braucht Fairness
Weltladentag unterstützt Petition |
Obst – Genuss und Existenz
Weltladentag unterstützt Petition „Landwirtschaft braucht Fairness“
Am 9. Mai beteiligt sich der Weltladen Alzey gemeinsam mit 300 Weltläden am bundesweiten Weltladentag. Von 9 – 13 Uhr können sich Interessierte über Ungerechtigkeiten im Obsthandel informieren und konkrete faire Alternativen auf dem Wochenmarkt in Alzey (Obermarkt) kennenlernen. Außerdem kann die Petition „Landwirtschaft braucht Fairness“ für kostendeckende Preise und faire Handelspraktiken unterstützt werden.
Bananen, Orangen, Ananas oder Mangos gehören zu den beliebtesten Früchten weltweit. Sie stehen für Vielfalt, Genuss und Lebensfreude.
Elke Bürig-Blumenröther berichtet über die Missstände auf vielen konventionellen Obstplantagen: „Für die Produzent*innen bedeutet der Obstanbau oft harte körperliche Arbeit, niedrige Löhne und befristete Verträge. Die internationale Obstproduktion ist ein Milliardengeschäft, es profitieren aber vor allem wenige große Handelskonzerne.“
In Deutschland kontrollieren vier Unternehmen rund 85 Prozent des Lebensmittelmarktes – mit gravierenden Folgen für Obstproduzent*innen weltweit. Diese Marktmacht setzt Lieferanten massiv unter Preisdruck – häufig so stark, dass Produktionskosten kaum gedeckt sind. Das spüren Orangenbauern in Brasilien, aber auch Landwirte in Deutschland. Viele von ihnen können kaum von ihrer Arbeit leben und erst recht nicht in ihre Betriebe investieren, um nachhaltiger, produktiver und zukunftsfähig zu wirtschaften. Dabei steht die Landwirtschaft vor enormen Herausforderungen: Klimawandel, Verlust der Biodiversität und steigende Anforderungen an Qualität und Nachhaltigkeit erfordern hohe Investitionen. Bleiben Veränderungen aus, setzt sich das Höfesterben bei uns und weltweit fort.
Mit der Petition „Landwirtschaft braucht Fairness“ fordert INKOTA gemeinsam mit dem Forum Fairer Handel, Misereor, OXFAM und anderen Organisationen faire, kostendeckende Preise entlang der gesamten Lieferkette, die auch notwendige Investitionen ermöglichen.
Den rechtlichen Rahmen dazu bietet die EU-Richtlinie gegen unlautere Handelspraktiken, wenn der Einkauf von landwirtschaftlichen Produkten unterhalb der Produktionskosten endlich als unfaire Handelspraktik aufgenommen wird.
Elke Bührig-Blumenröther ist überzeugt: „Faire Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse sind eine Investition in die Zukunft. Sie sichern Vielfalt und Resilienz der Landwirtschaft und verringern das Risiko für Angebotsrückgänge und unsichere Lieferketten.“ Fairness kann man schmecken. Kostproben der leckeren banafair-Bananen und getrocknete Mangostreifen von PREDA warten beim Weltladentag auf die Besucher.
Über den Weltladentag:
Jedes Jahr am 2. Samstag im Mai ist Weltladentag. Am entwicklungspolitischen Aktionstag der
Weltläden veranstalten wir als Weltladen-Bewegung bundesweit vielzählige Kampagnen-Aktionen,
um auf ein gemeinsames Anliegen des Fairen Handels aufmerksam zu machen. Der Weltladentag
findet seit 1996 und zeitgleich mit dem Internationalen Tag des Fairen Handels, dem World Fair
Trade Day, statt.
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