Briefe am Präsidenten vorbei aus dem Land gebracht
Winterlingen. Seit vielen Jahren fand in Winterlingen zum ersten Mal wieder ein Weltgebetstag statt. Das Weltgebetstagskomitee Deutschland besteht aus allen Konfessionen: der Katholischen Frauengemeinschaft, der Evangelischen Frauen Deutschland, dem Forum Frauen im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, dem Frauenwerk der Evangelisch-Methodistischen Kirchen u.v.m. Auf Unverständnis stieß bei den Gottesdienst-Teilnehmerinnen daher die Tatsache, dass es keine Beteiligung der evangelischen Kirche in Winterlingen gab.

Sehr interessiert verfolgten Christinnen aus Winterlingen, Harthausen, Benzingen und Straßberg die Sicht der Simbabwerinnen auf ihr Land und ihre Situation. Die offizielle Version zur Gottesdienst-Ordnung segnete der Präsident von Simbabwe höchstpersönlich ab. Doch mutige Frauen schickten weitere Briefe an die nationalen Weltgebetstagskomitees. Diese wurden im Rahmen des Gottesdienstes vorgelesen.
Frauen aus Simbabwe haben den Bibeltext aus Johannes 5 zur Heilung eines Kranken ausgelegt: „Steh auf! Nimm deine Matte und geh!“, sagt Jesus darin zu einem Kranken. In ihrem Weltgebetstags-Gottesdienst sagten uns die Simbabwerinnen: Diese Aufforderung gilt allen. Gott öffnet Wege zu persönlicher und gesellschaftlicher Veränderung.

Die Frauen in Simbabwe wissen wovon sie schreiben, denn ihre Situation in dem krisengeplagten Land im südlichen Afrika ist alles andere als gut. Überteuerte Lebensmittel, Benzinpreise in unermesslichen Höhen und steigende Inflation sind für sie Alltag und nur einige der Schwierigkeiten, die sie zu bewältigen haben. Oft wissen die Frauen am Morgen nicht, wie sie ihre Kinder an diesem Tag satt bringen sollen.
Die Frauen aus Simbabwe haben verstanden, dass Jesu Aufforderung allen gilt und nehmen jeden Tag ihre Matte und gehen. Mit seiner Projektarbeit unterstützt der Weltgebetstag Frauen und Mädchen weltweit in ihrem Engagement: Zum Beispiel in Simbabwe, wo Mädchen und Frauen den Umgang mit sozialen Medien einüben, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.
Zusätzlich unterstützt der Weltgebetstag das hochverschuldete Simbabwe durch eine teilweise Entschuldung. Deshalb richtet sich der Weltgebetstag, zusammen mit seinen Mitgliedsorganisationen, dem Bündnis erlassjahr.de und anderen mit einer Unterschriftenaktion dieses Jahr mit Nachdruck an die Bundesregierung. Das Geld soll Simbabwe in Gesundheitsprogramme investieren, die der Bevölkerung zugutekommen. Unterschriften sind online (www.weltgebetstag.de/aktionen) möglich.

Alle Teilnehmerinnen wurden aufgefordert, sich Gedanken über ihre eigene „Matte“ zu machen. Die Organisatorinnen samt der musikalischen Leiterin Martina Abt freuten sich über die gelungene Premiere. Im Anschluss luden die Frauen zu Fingerfood und Tee ein. Der Weltgebetstag 2021 kommt aus Varanua – einem Inselstatt im Südpazifik. Die Organisatorinnen freuen sich für 2021 über weitere Mitstreiterinnen, gerne auch aus dem Kreis der evangelischen Kirche. Diese melden sich bitte per E-Mail bei birgitwindbacher@gmail.com melden.