ALLES AUS LEDER – und alles fair

Leder gerben kann eine ziemliche Schweinerei für die Umwelt und die Arbeiter sein.

 Wer auf Fairtrade- und Bio-Siegel achtet,

muss lange suchen.

Die Siegelvergabe bei Leder steht noch ganz am Anfang.

Für die meisten Lederprodukte wird chromgegerbtes Leder verwendet.

Bei 85 Prozent der Gerbeverfahren werden Chromsalze verwendet.

In Ländern wie Marokko, Indien oder Bangladesch wird die Chromlauge meist über die Abwässer in Flüsse geleitet – eine regelrechte Umweltschweinerei.

Die Arbeiter, die die Felle gerben, arbeiten häufig mit bloßen Händen und Füßen in den Chromlaugen und atmen die giftigen Dämpfe ein.

Die Chromsalze greifen die Haut an und führen zu Hautausschlägen. Kann man dennoch guten Gewissens Leder-Produkte kaufen?

Man kann: Der Weißenhorner Weltladen ist im Kontakt mit der Chotanagpurgruppe Faire Handelsgesellschaft mbH mit Sitz in Uetersen.

Das ist eine kleine Organisation, deren Ziel es ist, benachteiligte Handwerkergruppen in Indien und Nepal zu unterstützen.

Der Importschwerpunkt liegt in Indien, der Region in und um Kolkata.

Importiert werden Lederwaren, z.B. Rindslederhandtaschen und Portemonnaies, Ziegen-/Shanti-Ledergeldbeutel, Spardosen, Schlüsselanhänger und vieles mehr.

Die Partnerorganisationen in Kolkata – Artisan Well, Feather Touch und Madhya Kalikata Shilpangan – sind langjährig im fairen Handel tätig.

Sie beschäftigen festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und arbeiten jeweils mit mehreren Produzentengruppen, bestehend aus Kunsthandwerkern der Region, zusammen.

Das traditionelle Kunsthandwerk und dazu gehörige Know-How werden so erhalten. Den Arbeitern und Arbeiterinnen werden durch regelmäßige Aufträge ein menschenwürdiges Einkommen und ihren Kindern eine Schulbildung ermöglicht.

Der Lohn der Näher/innen ist im Durchschnitt 20 % höher als ortsüblich. Des Weiteren erhalten sie zusammen mit ihren Familien eine Krankenversicherung und finanzielle Unterstützung für den Schulbesuch. Auch in ihre Fortbildung wird investiert.
Das zu verarbeitende Leder wird entweder im eigenen Betrieb selbst gegerbt oder von ortsansässigen Gerbereien gekauft.

Zehntausende Menschen haben Arbeit in den Gerbereien. Der verarbeitende Sektor (Leder, Elektronik) ist wichtig, um die Armut bekämpfen zu können.

Ein jährlicher persönlicher Austausch mit den Produzenten ist obligatorisch.

Das jeweils aktuelle Sortiment wird erarbeitet und beauftragt und die Arbeitsbedingungen vor Ort begutachtet.
Fair produzierte und fair gehandelte Lederwaren sind das FairProdukt

des Monats Oktober und gibt es um 20% im Preis reduziert

im Weißenhorner Weltladen – mitten im Herzen der Fairtrade-Stadt.