{"id":395,"date":"2017-08-26T18:49:27","date_gmt":"2017-08-26T16:49:27","guid":{"rendered":"http:\/\/wl.heimpixel.de\/rendsburg\/ueber-uns\/der-weltladen-rendsburg\/"},"modified":"2025-02-10T10:48:07","modified_gmt":"2025-02-10T09:48:07","slug":"der-weltladen-rendsburg","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/weltlaeden.de\/rendsburg\/ueber-uns\/der-weltladen-rendsburg\/","title":{"rendered":"Der Weltladen Rendsburg"},"content":{"rendered":"<h1>Der Weltladen Rendsburg<\/h1>\n<h3>Jute statt Plastik<\/h3>\n<p>Ende der 1970er Jahre gab es in Rendsburg eine Friedensinitiative, eine Gruppe von jungen und \u00e4lteren Menschen, die dar\u00fcber nachdachten und informierten, wie und warum ungerechte Zust\u00e4nde in unserer Welt herrschten.<\/p>\n<p>Parallel dazu entstand &#8211; angeregt durch Mitarbeitende aus dem Diakonischen Werk Schleswig-Holstein &#8211; eine Gruppe, die sich mit fairem Handel besch\u00e4ftigte. Einige Engagierte organisierten mit Waren, die in einem Regionallager des DW vorhanden waren, immer wieder kleinere Verkaufsst\u00e4nde, z.B. bei Basaren und anderen Veranstaltungen von Kirchengemeinden. Angeboten wurden zu Beginn vor allem Kaffee, Tee, Honig und Jutetaschen. An ihnen lie\u00dfen sich die Folgen von Kolonialismus weltweit deutlich machen. Wo Monokulturen eingerichtet wurden, fehlten noch Jahrzehnte sp\u00e4ter die Kenntnisse \u00fcber den Anbau von Nahrungsmitteln, z.B. in Bangladesch, wo Jute in gro\u00dfen Mengen produziert wurde und Reis eingef\u00fchrt werden musste. Mit der Plastikindustrie stagnierte der Absatz von Jute und das Land verarmte zusehends.<\/p>\n<p>Aus den kleinen Anf\u00e4ngen mit fairem Handel entstand mehr und mehr das Bewusstsein, mehr tun zu sollen. Verkaufsst\u00e4nde an Wochenmarkttagen wurden aufgebaut. Dies ging nur in der Winterzeit &#8211; im Fr\u00fchjahr und Sommer wurde der Platz f\u00fcr Pflanzen und Blumenh\u00e4ndler ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Der Verein &#8222;Aktionsgruppe 3. Welt e.V.&#8220;<\/h3>\n<p>Schlie\u00dflich entwickelte sich der Wunsch, pr\u00e4senter in der Stadt zu sein. Eine aktive Gruppe junger Menschen traf sich regelm\u00e4\u00dfig zum \u00dcberlegen und Planen. Ein<em> richtiger Laden<\/em> sollte gesucht werden. Dies erwies sich als schwierig, einerseits der hohen Mietkosten wegen und zum anderen: wer sollte als Mieter auftreten. Eine Privatperson sollte und konnte dies nicht leisten und von einer Organisation wollte man nicht abh\u00e4ngig sein. Also gr\u00fcndeten wir einen Verein. Damals wurde die Welt noch in 1., neue und 3. Welt eingeteilt. Daher der inzwischen veraltete Name.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Der erste Laden<\/h3>\n<p>Es fand sich eine Wohnung im 2. Stock \u00fcber einem Gesch\u00e4ftshaus, die zur Miete angeboten wurde. Der Nachteil der Treppen, so meinten wir, wurde aufgefangen dadurch, dass das Geb\u00e4ude in der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone lag. Einrichtung, Einweihung, gute Stimmung und Engagement &#8211; das alles f\u00fchrte zu ersten kleinen Erfolgen. Die Miete wurde von den Rendsburger Kirchengemeinden, sp\u00e4ter vom Kirchenkreis Rendsburg getragen. Regelm\u00e4\u00dfige Gruppentreffen, \u00f6ffentliche Informationsveranstaltungen, Gedankenaustausch und nat\u00fcrlich Einkauf und Verkauf unserer Waren blieben ein wichtiges Ziel dieser Arbeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Umz\u00fcge ins und im Kirchenkreisgeb\u00e4ude<\/h3>\n<p>Ende der 1980er Jahre ergab sich die M\u00f6glichkeit, R\u00e4ume in der M\u00fchlenstra\u00dfe im Kirchenkreisverwaltungsamt zu nutzen. Um Mietzahlungen brauchten wir uns keine Gedanken zu machen, die trugen die Ev.-Luth. KIrchengemeinden und der Kirchenkreis weiterhin f\u00fcr uns. Der Publikumsverkehr stieg deutlich an, besonders auch dadurch, dass Mitarbeitende des Hauses auf den Laden aufmerksam wurden und VertreterInnen der Kirchengemeinden bei ihren dienstlichen Besuchen im Amt ihre Bedarfe f\u00fcr die Gemeindearbeit unkompliziert decken konnten.<\/p>\n<p>Die \u00d6ffnungszeiten richteten sich nach den M\u00f6glichkeiten der Ladenh\u00fcterInnen, was gelegentlich dazu f\u00fchrte, dass potentielle KundInnen vor verschlossenen T\u00fcren standen.<\/p>\n<p>Um 2010 zog der Laden innerhalb des Geb\u00e4udes um, sichtbar jetzt vom Portal der Marienkirche her. Mit Kirchenkreishilfe und der Unterst\u00fctzung vom Weltladen-Dachverband und Zusch\u00fcssen von Bingo-Lotto gelang eine professionelle Einrichtung. Allerdings, selbst als der Laden auch \u00fcber die Mittagszeit ge\u00f6ffnet war, also ganzt\u00e4gig, stiegen die Ums\u00e4tze nicht entscheidend.<\/p>\n<p>Bildungsarbeit konnte kaum noch angeboten werden, es machte sich unter einigen Ladenh\u00fcterInnen Unzufriedenheit und Resignation breit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Der neue Laden in der Nienstadtstra\u00dfe<\/h3>\n<p>Das f\u00fchrte zu dem Plan, jetzt in die Offensive zu gehen und mutig nach einem<em> richtigen<\/em> Ladenraum zu suchen. Dass Rendsburg seit 2015 Fairtrade-Town ist, war ein weiterer Grund f\u00fcr diese Idee. Lange wurde mit Hilfe der Fair-Handels-Beratung in Hamburg \u00fcberlegt und abgewogen, bis wir schlie\u00dflich das Risiko eingingen. Antr\u00e4ge um Zusch\u00fcsse an den Kirchenkreis Rendsburg-Eckernf\u00f6rde und an Bingo-Lotto sowie an die Entwicklungsagentur f\u00fcr den Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg waren erfolgreich und haben uns zu dem Schritt ermutigt, in der Nienstadtstra\u00dfe Nr. 9 R\u00e4ume anzumieten. Mit viel kenntnisreicher und ehrenamtlicher Unterst\u00fctzung waren Renovierungsarbeiten und Einrichtung in zwei Monaten getan, sodass wir am 1. Februar 2017 ein sch\u00f6nes Einweihungsfest feiern konnten.<\/p>\n<p>Der Schritt hat sich gelohnt, der Laden wird gut angenommen, Kundinnen und Kunden zeigen sich erfreut und auch die Zahl der Mitarbeitenden hat sich erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>In Zusammenarbeit mit dem Zentrum f\u00fcr kirchliche Dienste im Kirchenkreis Rendsburg-Eckernf\u00f6rde k\u00f6nnen wir in unseren R\u00e4umen wieder Informationsveranstaltungen anbieten, z.B. \u00fcber Produkte, Wirtschaftsformen und auch Begegnungen mit VertreterInnen aus L\u00e4ndern, aus denen unsere Waren kommen. \u00d6ffentlichkeitsarbeit ist m\u00f6glich, ebenso Kooperation mit den Schulen der Stadt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Ausblick<\/h3>\n<p>Nach nunmehr 7 Jahren am &#8222;neuen&#8220; Standort k\u00f6nnen wir sagen, dass sich der Umzug gelohnt hat und der neue Laden sich <em>rechnet.<\/em> Daher sind wir zuversichtlich\u00a0 langfristig <em>auf eigenen<\/em> <em>Beinen stehen<\/em> zu k\u00f6nnen.<br \/>\nUnd wenn sich noch mehr Menschen aktiv in unser Ladenteam einreihen w\u00fcrden, w\u00e4re das ein gro\u00dfer Gewinn f\u00fcr das Gelingen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\">Dorothea Heiland<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Weltladen Rendsburg Jute statt Plastik Ende der 1970er Jahre gab es in Rendsburg eine Friedensinitiative, eine Gruppe von jungen und \u00e4lteren Menschen, die dar\u00fcber nachdachten und informierten, wie und warum ungerechte Zust\u00e4nde in unserer Welt herrschten. 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