Vom 09.-11. Oktober hat der Tropensturm Julia mit schweren Regenfällen und Stürmen in weiten Teilen El Salvadors schwere Schäden angerichtet.

In der Küstenregion sind viele Felder zerstört, allein am Bajo Lempa Hunderte von Hektar Mais und Hirse, aber auch Bohnen und Gemüse sowie Weideflächen. Die Verluste sind besorgniserregend, da die Ernten ja in Kürze anstanden, Saat und Dünger schon eingesetzt sind und die große Mehrheit der Familien nun am Ende der Regenzeit ohne Hilfe nicht in der Lage sein wird, ihre Felder erneut zu bestellen. Zugleich fehlen ihnen die Grundnahrungsmittel. Geblieben sind vielen Kleinbauern stattdessen die Kredite, mit denen sie die jetzt verlorene Saat finanziert haben. Die weltweit steigenden Kosten u.a. für Grundnahrungsmittel verschärfen die Situation.

Verluste gibt es auch bei den Tieren. Verliert eine Familie die einzige Kuh, so verliert sie nicht nur Milch und Käse, sondern meist auch den für Medikamente, vielleicht für das Studium der Tochter oder des Sohnes, für Kleidung unverzichtbaren Erlös aus dem Verkauf eines Kalbes.

Als am 11. Oktober der Regen im letzten Moment schließlich aufhörte, war der Rio Lempa dabei, über die Ufer zu treten, waren die Deiche aufgeweicht und ließen bereits Wasser durch. Instandhaltung von Drainagen und Deichen gibt es unter dem autoritären Regime des Nayib Bukele nicht. Der vormals vorbildliche landesweite Zivilschutz wird völlig vernachlässigt und staatliche Evakuierungszentren werden als Lagerräume missbraucht. Am Bajo Lempa rechnet wohl auch deshalb niemand mit behördlicher Hilfe.

Die Flüchtlingshilfe Mittelamerika engagiert sich seit mehr als 30 Jahren in dieser Region mit an den Bedürfnissen der Menschen orientierten, ökologischen und – wo immer möglich – nachhaltigen Projekten.

Zusammen mit langjährigen Partnerorganisationen vor Ort unterstützt die Flüchtlingshilfe Mittelamerika eine schnellstmögliche Selbstversorgung der betroffenen Familien: reproduktionsfähiger Maiz criolla und biologische Düngemittel samt fachlicher Beratung durch erfahrene Agrarökologen.

Dafür bitten wir dringend um finanzielle Unterstützung.

Der Verein Weltblick e.V. unterhält seit 1995 eine partnerschaftliche Beziehung zu einer Gemeinde am Bajo Lempa und arbeitet bei der Organisation und Verwaltung der Spenden eng mit der Flüchtlingshilfe Mittelamerika zusammen.

 

Spendenkonto:

Weltblick: Fairer Handel, Bildung, Projekte e.V.

IBAN: DE25 1506 1638 0001 0908 36

BIC: GENODEF1ANK

„Tropensturm“