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Das Verwaltungsgericht in Palermo hat den Beschluss italienischer Behörden über die Festsetzung der Rettungsschiffe Seawatch 4 und Seawatch 3 bis zu einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes ausgesetzt. Die Sea-Watch 4 wird nun in eine Werft überführt, wo ei-nige Arbeiten durchgeführt werden, die durch die lange Festsetzung nötig geworden sind. Anschließend wird sie schnellstmöglich wieder in den Einsatz ins zentrale Mittelmeer starten.
Währenddessen wartet die Sea-Watch 3 mit 363 geretteten Personen an Bord vor der Küste Siziliens auf die Zuweisung eines sicheren Hafens. Nach über siebenmonatiger Festsetzung war die Sea-Watch 3 am 19. Februar wieder in den Einsatz gegangen. In fünf Einsätzen konnte das Rettungsschiff zwischen dem 26.02. und dem 28.02. insgesamt 363 Menschen aus Seenot retten. In einem sechsten Einsatz konnte die Crew zudem ein weiteres Boot mit ca. 90 Menschen stabilisieren, bis die italienische Küstenwache eintraf. Unter den Geretteten auf der Sea-Watch 3 sind 47 Frauen, einige von ihnen schwanger, sowie ca. ein Drittel Minderjährige, davon 120 ohne Begleitung.
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) Heinrich Bedford-Strohm hat sich er-leichtert über die Freigabe der Sea-Watch 4 geäußert: „Ich bin dankbar und erleichtert über die Entscheidung des italienischen Gerichts. Die Sea-Watch 4 darf jetzt wieder auslaufen. Und das ist auch dringend nötig. Allein in den ersten Wochen dieses Jahres sind bereits 185 Menschen im zentralen Mittelmeer ertrunken. Europa darf dabei nicht einfach zuschauen. Jeder Mensch ist geschaffen zum Bilde Gottes. Jedes einzelne Menschenleben ist kostbar. Deswegen ist es so wichtig, dass wenigstens die zivilen Seenotretter dort vor Ort sind und Leben retten können. Die Freigabe des Schiffes war längst überfällig.“