UNITED4RESCUE

Die europäische Grenzschutzagentur Frontex ist in den letzten Monaten dadurch aufgefallen, dass sie auf Seenotrettungsrufe Schiffbrüchiger im Mittelmeer gar nicht oder sehr verspätet reagiert. Inzwischen muss sich Frontex-Direktor Fabrice Leggeri vor Gericht verantworten. Ihm wird vorgehalten, dass unter seiner Führung Flüchtlinge, die schon das Festland erreicht hatten, wieder aufs Mittelmeer geschleppt werden. Auf dem Wasser werden Menschen auf ihren instabilen Booten durch schnelles Vorbeifahren der massiven Frontex-Schiffe gefährdet.
Kaum sind diese Beobachtungen nicht mehr zu widerlegen, hat sich Frontex eine neue Strategie einfallen lassen. Man schützt die Grenzen Europas aus der Luft. In einem Brief an die EU-Kommission in Brüssel offenbart Leggeri, dass im Jahr 2020 Europas Grenzen mit mehr als 1000 Einsätzen und über 4700 Flugstunden „geschützt“ worden seien (2019: 2750 Flugstunden). Für die Europa-Abgeordnete Özlem Demirel heißt das: „Schiffe werden zunehmend von der Hohen See abgezogen, stattdessen schauen Flugzeuge den Geflüchteten tatenlos beim Ertrinken zu.“
Gut dass die SeaWatch-4 zurück ist und auch die SeaEye-4 ihre Fahrten im Mittelmeer aufgenommen hat, beide von united4rescue gesponsert, der Schiffrettungsaktion der Evangelischen Kirche in Deutschland.