United4Rescue

Wie berichtet ist die Ökumenische Initiative Lüttringhausen dem Bündnis „United4Rescue“ beigetreten, zu dem die Evangelische Kirche in Deutschland aufgerufen hat. Das am 15. August in seine erste Mission ausgelaufene Rettungsschiff Sea-Watch 4 powered by United4Rescue hat innerhalb von 48 Stunden über 200 Menschen aus Seenot gerettet. Aufgrund der willkürlichen Festsetzung ziviler Rettungskräfte durch europäische Staaten startete die Sea-Watch 4 als derzeit einzig aktives Rettungsschiff ins Mittelmeer.
Barbara Deck, medizinische Projektkoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen berichtet dazu von Bord der Sea Watch 4: „Die meisten der heute geretteten Personen waren schwach und desorientiert, rochen stark nach Benzin und zeigten Symptome einer Kraftstoffinhalation. Über 90 Personen benötigten Notduschen, da sie dem Benzin ausgesetzt waren, das den Motor antreibt, schädliche Dämpfe erzeugt und in Verbindung mit Salzwasser stark ätzend ist. Das Ärt*innenteam von Ärzte ohne Grenzen überwacht weiterhin die Entwicklung von Verbrennungen, während zugleich über 30 Patienten betreut werden, die Symptome akuter Unterkühlung zeigten. Je länger Menschen ohne Zugang zu Nahrung, Wasser oder Schutz auf See bleiben, desto höher ist das Risiko gesundheitlicher Komplikationen. Und das, ohne das Risiko eines Todes durch Ertrinken in Betracht zu ziehen. Wenn man als Medizinerin sieht, wie nach Sicherheit suchende Menschen auf See ihr Leben riskieren, ist das eine verheerende Realität.“