Situation der Weltläden in Grünstadt und Eisenberg

 

– Zu Beginn der Pandemie ist es gelungen, den Grünstadter Laden an 3 Tagen in der Woche stundenweise und samstags zu öffnen. Eine Schließung durch das Ordnungsamt ist nicht erfolgt, weil überwiegend Lebensmittel verkauft werden. Die gesetzlichen Hygieneauflagen werden eingehalten.

Da viele zur Corona-Risikogruppe zählen, waren zunächst nur wenige  Mitarbeiterinnen (hauptsächlich Ulla Sartor) im Verkauf aktiv. Nach und nach kamen weitere Kolleginnen dazu, sodass derzeit der Laden täglich, vormittags von 10-13 Uhr und nachmittags von 15–18 Uhr sowie samstags von 9-13 Uhr, geöffnet ist.

In Eisenberg war der Laden für 3 Tage geschlossen bis nachgewiesen werden konnte, dass überwiegend Lebensmittel verkauft werden. Auch hier gelten natürlich die gesetzlich vorgeschriebenen Regelungen.

Das Ladenteam blieb fast vollständig im Verkaufsdienst, weshalb die gewohnten Öffnungszeiten (Mo–Fr: 9.30–12.30, und 15.00-18.00, Sa: 9.30–13.00) beibehalten wurden.

Umsatzeinbußen entstanden durch den Wegfall etlicher Veranstaltungen, wie z.B. Gemeindetage, bei denen üblicherweise Aktionsgruppen Kommissionswaren verkauft haben.

Der bis dahin gut angenommene Verkauf an Schulen über Kioske und Fairomaten fiel weg. Zeitweise konnten auch keine Bananen an die Grundschule geliefert werden.

In der Fairen Woche vom 11.-25. September musste leider auf größere Aktionen verzichtet werden.

Unsere engagierten Mitarbeiterinnen wünschen sich, dass unsere Freunde und Mitglieder kräftig in unseren Läden einkaufen. Denn gerade jetzt brauchen unsere Produzenten dringend unsere Unterstützung und Solidarität.

 

– Über die Arbeit des Romelio-Zentrums in der kolumbianischen Stadt Bucaramanga in Corona-Zeiten schickte Matthias Brückner aktuelle Infos.

In den Armenvierteln Kolumbiens habe die Pandemie zu extremer Not geführt; viele Menschen, darunter auch Kinder, seien erkrankt und oft auch verstorben. Das Romelio-Zentrum durfte, im Rahmen des Lockdown, von den Kindern nicht mehr besucht werden. Deshalb musste die komplette Projektarbeit umorganisiert werden.

Seit März 2020 werden alle 208 Kinder in den elterlichen Haushalten weiter betreut. Über Smartphones konnte der Kontakt gehalten und mithilfe von Youtube-Videos wertvolle Tipps von Fachkräften weitergegeben werden, beispielsweise mit Anleitungen zur Essenszubereitung.

Dazu werden alle 14 Tage im Zentrum Nahrungsmittelpakete für eine gesunde Ernährung zusammengestellt.

Über moderne Medien werde auch die pädagogische Arbeit aufrechterhalten. In über 300 Videos – ROMELIO hat einen eigenen  Youtube-Kanal –  werden zum Beispiel Spielanleitungen, Tänze oder sportliche Aktivitäten zum Nachmachen gezeigt. Ebenso gibt es kleine Filme über Hygienemaßnahmen im Alltag. In wöchentlichen Telefonaten unterstützen die Sozialarbeiterin und die Psychologin bei Problemen, sollte das nicht ausreichen, können die Fachkräfte von den Eltern besucht werden. Im Zentrum findet einmal im Monat ein Treffen mit den Eltern statt, bei dem Vierwochen-Pläne ausgegeben werden mit Anleitungen zur Gestaltung des Alltags.

ROMELIO helfe auch bei der Vermittlung von übergeordneten Hilfsangeboten, sei es bei finanziellen oder medizinischen Angelegenheiten schnell und unbürokratisch.

Die Mitarbeiter in Kolumbien, so sagt Brückner, seien ebenso wie die Eltern, intensiv im Umgang mit „neuen Medien“ geschult worden, auch habe es Fortbildungen für die Fachkräfte gegeben. So hätten sich alle mittlerweile gut auf die schwierige Situation eingestellt, in der Hoffnung auf eine baldige Normalisierung. Die Kinder würden die Gemeinsamkeiten, das Spielen und die tägliche Zuwendung der Mitarbeiterinnen im Romelio-Zentrum sehr vermissen.

 

– Auch über das Projekt der Frauenkooperative in Palästina, das wir seit vielen Jahren unterstützen, haben wir vom Weltfriedensdienst Informationen erhalten.

 

Was die aktuelle Corona-Situation anbelangt, so steigen offenbar auch in den palästinensischen Gebieten die Zahlen wieder gewaltig an. Israel hat einen Lockdown verhängt, die Autonomiebehörde (noch?) nicht.

Die Verantwortlichen in  Kfar Na’meh & Bil’in hoffen, dass sie mit der Betreuung der insgesamt 50 Kinder in der Kita weitermachen können. Wichtig wäre es, wenn Aktionen wie das Sommercamp weiterhin durchgeführt werden könnten. Im vergangenen Jahr waren 110 Teilnehmer*innen zwischen 7 und 13 Jahren, davon 35 Mädchen und 75 Jungen, beim Camp dabei. Es wurden Theaterworkshops durchgeführt, Musik gemacht, geschwommen, gemalt, gestickt und Sport getrieben. Außerdem wurden viele Ausflüge gemacht. Das Camp wurde mit einem Festival abgeschlossen, an dem auch die Eltern teilnahmen. Solche Veranstaltungen sind besonders wichtig, damit die Kinder wenigstens ein kleines Stück unbeschwerte Kindheit genießen können – trotz der gewalttätigen Umgebung in der sie aufwachsen müssen.

 

– Unser Verein hat sich vorgenommen, die Arbeit für mehr Frieden und Gerechtigkeit in der Welt so fortzusetzen, wie es die Rahmenbedingungen ermöglichen und wie sich, je nach persönlicher Situation, die Mitglieder einbringen können. Unsere Partner im Süden brauchen uns jetzt mehr denn je. Wir können allerdings aus heutiger Sicht nicht voraussagen, was wir wann tun wollen.

Im nächsten Newsletter wollen wir uns hauptsächlich mit dem Thema KinderKulturKarawane auseinandersetzen und über die Gruppen, die wir kennengelernt haben (z.B. die Sosolya Undugu Dance Academy), berichten.